Eine meisterliche Leistung der C-Junioren bleibt auf sehr bittere Art ungekrönt

8. Spieltag

Meisterrunde

Sonntag, 19. Juni 2022, Anstoß 11.00 Uhr

SVW vs SpG Oderkicker

1:1 (1:0)

Bei der Spielplanerstellung für die Meisterrunde hatte der Staffelansetzer ein glückliches Händchen bewiesen und am vergangenen Sonntag für ein echtes Meisterschaftsfinale unserer Jungs gegen die mit einem Punkt in der Tabelle führenden Oderkicker gesorgt.

Um die Mittagszeit am bislang heißesten Tag des Jahres zu spielen, war dabei für beide Teams eine zusätzliche körperliche Herausforderung.

Rechtzeitig zum letzten Saisonspiel waren auch fast alle Jungs fit und so hatten wir erstmals fünf Wechsler, wovon nach dem Regelwerk aber leider nur vier zum Einsatz kommen durften. Angesichts der Hitze konnten wir durch regelmäßige Wechsel damit die Belastungen für die Jungs einigermaßen in Grenzen halten. Dass es trotz dieser recht zahlreichen Wechsel nie zu einem merklichen Bruch in unserem Spiel kam, war einmal mehr Beleg für die ausgeglichene spielerische Qualität im gesamten Team.

In der Hinrunde hatten wir es bei den Oderkickern trotz drückender Überlegenheit nicht geschafft, ein Tor zu schießen und durch eine Bogenlampe über unseren Keeper aus mehr als 30m knapp verloren.

Aufgrund der Tabellensituation war klar, dass wir diesmal mindestens ein Tor mehr als der Gegner schießen mussten, um in der Tabelle an den Oderkickern noch vorbeiziehen.

Abgesehen vom bloßen „Ergebnisdruck“ durfte man zudem gespannt sein, wie die Jungs mit der ungewohnt zahlreichen und auch sehr stimmungsvollen Unterstützung von Eltern und Freunden umgehen würden und ob dies eher motivierend oder einschüchternd wirken würde.

Alle „Sorge“ war jedoch schon nach den ersten Spielminuten verflogen. Von Beginn an spielten unsere Jungs äußerst konzentriert, ohne dabei zu verkrampfen und agierten mit einer erstaunlichen spielerischen Souveränität ohne Anzeichen von Nervosität. Vieles von dem, was wir in den vergangenen Wochen immer wieder angesprochen und trainiert hatten – in Spielen teilweise auch schon gut geklappt hatte – wurde von den Jungs diesmal über die gesamte Spiellänge hinweg in bislang noch nicht gezeigter Qualität umgesetzt.

Aus der Abwehr heraus, bauten wir unser Spiel (wie gewohnt) klug und sicher auf. Auf den Außenbahnen und im defensiven Mittelfeld hatten wir stets Anspielmöglichkeiten, wobei sich die Jungs meist geschickt freiliefen und Passwege eröffneten, die dann auch für unsere weiteren Offensivaktionen genutzt wurden.

Das Spielgeschehen hatten wir so rasch nach dem Anpfiff in die gegnerische Hälfte verlagert, wo es letztlich auch mit nur wenigen Ausnahmen die ganze Partie über blieb. Im Mittelfeld waren wir in allen Belangen klar überlegen und ließen den Ball meist schnell und sicher in den eigenen Reihen laufen, ohne uns überhastet in Offensivzweikämpfe zu stürzen und Ballverluste zu riskieren. Viele Spielverlagerungen sorgten dafür, dass sich vor allem auf den Außenbahnen Freiräume boten, die wir immer wieder für gefährliche Angriffsaktionen nutzen konnte.

Obwohl der Gegner weit überwiegend aus jahrgangsälteren Spielern bestand, war von diesem körperlichen Vorteil in den Zweikämpfen kaum etwas zu merken. Sowohl offensiv wie auch defensiv konnten wir uns meist durch geschicktes Zweikampfverhalten durchsetzen und vor allem auch verloren gegangene Bälle so schnell zurückerobern.

Die Führung nach 20 Minuten war dann auch längst überfällig, nachdem wir bis zu diesem Zeitpunkt bereits etliche hochkarätige Chancen ungenutzt ließen. Auch nach einer kurzen Trinkpause behielten wir unseren Spielrhythmus bei und erspielten uns Torchance um Torchance. Allein, es blieb bei den Chancen und das wirklich Erstaunliche zur Halbzeitpause war, dass wir tatsächlich nur 1:0 führten. Bis dato war den Oderkickern keine einzige Torannäherung gelungen. Das wir uns auf dieser knappen Führung dennoch nicht ausruhen konnten, war allen Jungs klar. Wir wollten unbedingt das zweite Tor machen. Dementsprechend motiviert starteten wir dann auch in die zweite Halbzeit, bei der unsere spielerische Überlegenheit noch deutlicher wurde.

Unsere Angriffsaktionen waren dabei äußerst variabel: Bälle aus dem Halbfeld, Flanken von der Grundlinie, Flachpässe in die Spitze, Dribblings in den Strafraum, Schüsse von der Strafraumgrenze….wir probierten auf alle erdenkliche Weise zum Torerfolg zu kommen. Kaum einmal konnten die Oderkicker unsere Abschlussaktionen entscheidend stören. 3-4 Mal trafen wir dabei Pfosten und Latte oder setzten den Ball nur knapp an dem (einmal sogar leeren) Tor vorbei. Wenn wir nach 60 Minuten 5:0/6:0 geführt hätten, hätte dies auch in der Höhe den Spielverlauf angemessen widergespiegelt. Aber es stand eben nachwievor nur 1:0 und obwohl wir alles im Griff zu haben schienen, mussten wir doch damit rechnen, dass es den Oderkickern noch irgendwie gelingen würde, zumindest einmal an diesem Tag auf unser Tor zu schießen.

Das Spielende rückte näher und der Gegner versuchte nunmehr bei eigenem Ballbesitz jeden Ball nur noch hoch und weit in unsere Hälfte zu schlagen, in der Hoffnung, einen Abnehmer zu finden. Bis zur 70 Minute verteidigten wir aber alle gegnerischen Angriffe konsequent weg. Doch dann passierte tatsächlich das, was für solche Spielverläufe irgendwie typisch ist: Wer nicht für die Vorentscheidung durch ein zweites Tor sorgt, wird durch ein spätes Tor des Gegners „bestraft“. Mit ihrem ersten und einzigen Torschuss – Sekunden vor dem Abpfiff – trafen die Oderkicker zunächst den Pfosten und der abprallende Ball landete genau vor den Füßen eines Gegners, der im 5m-Raum den Überblick behielt.

Kurz nach Wiederanpfiff war dann Schluss und die Oderkicker hatten durch das 1:1 ihren Punktevorsprung in letzter Sekunde über die Ziellinie gerettet. Glückwunsch an die Oderkicker zur Kreismeisterschaft.

Unsere Jungs brauchten verständlicher Weise ein paar Minuten, um die erste Enttäuschung über die so denkbar knapp und unglücklich verpasste Meisterschaft zu verarbeiten. Die Jungs wussten aber auch, dass jeder Einzelne sowohl spielerisch als auch läuferisch diesmal alles aus sich rausgeholt hatte, was an diesem Tag möglich war. Eine für die Jungs in jeder Hinsicht denk- und erinnerungswürdige Partie hatte zwar nicht ihr erhofftes Ende genommen, doch mit ein bisschen Abstand wird sich bestimmt die Erkenntnis durchsetzen, dass sie eine wahrlich meisterliche Leistung abgeliefert hatten, die beim Zuschauen sehr viel Freude bereitet hat, und auf die die Jungs zurecht unglaublich stolz sein können.

Die Meisterrunde mit nur acht Spieltagen beenden wir damit auf einem vor der Saison kaum für möglich gehaltenen zweiten Tabellenplatz mit den meisten geschossenen Toren (28) und dem besten Torverhältnis (+16) aller Teams. Auch das eine tolle Bestätigung für die spielerische Klasse der Jungs.

Für den SVW spielten: Jannik – Yannick, Erik, Noah R., Zeno – Lasse, Evan, Vincent (1 Tor), Noah R., Norik, Noah K., Arne, Leroy, Hannes, Norvin; nicht eingesetzt: Razvan

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