Kreisliga Ostbrandenburgliga
Letztes Punktspiel
Sonntag, 14. Juni 2026; Anstoß 12.30 Uhr
SVW vs SpG Frankfurt (Oder)
2:2 (0:1)
Dramatischer und emotionaler als am vergangenen Sonntag hätte die diesjährige A-Junioren-Saison für unsere Jungs kaum enden können.
Eine Saison, die angesichts zahlreicher Zurückziehungen von anderen Mannschaften in der Staffel, einer aufgrund von Schnee und Eis langen Winterpause und einem spätestens ab dem Winter äußerst knappen Spielerkader nur als unglaublich herausfordernd für die letztlich verbliebenen Spieler bezeichnet werden kann.
Als letztjährige Kreismeister bei den B-Junioren starteten wir in diese Saison als nahezu unverändertes Team, bestehend im Wesentlichen aus B- und jüngeren A-Juniorenspielern (2008er). Bis zum Ende der Hinrunde lieferten wir uns mit unseren Gästen aus Frankfurt ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Tabellenspitze. Punkt- und torgleich teilten wir uns diese zur Saisonhälfte.
Nachdem zur Winterpause einige unserer Jungs aus unterschiedlichen Gründen mit dem Fußballspielen aufhörten, war zu Beginn der Rückrunde klar, dass es für die kommende Saison leider kadermäßig nicht noch einmal für eine U19-Mannschaft beim SVW reichen wird. Zumindest für unsere 2008er und einen 2007er stand daher fest, dass die Rückrunde „the Last Dance“ ihrer fußballerischen Juniorenzeit sein würde.
In der Liga gaben sich weder die SpG Frankfurt noch wir eine Blöße, gewannen sämtliche Punktspiele und lieferten uns ein Fernduell um das bessere Torverhältnis. Punktgleich, aber mit einem um lediglich 6 Tore besseren Torverhältnis konnten wir uns bis zum finalen Aufeinandertreffen mit Frankfurt die Tabellenspitze sichern.
Im Vorfeld der Saison hatte der Spielansetzer offenbar prophetische Kräfte und sorgte mit der Ansetzung der Partie gegen Frankfurt am letzten Spieltag somit für ein „echtes“ Meisterschaftsfinale an den Fuchsbergen. Für die meisten Jungs war es das zweite Heimfinale in Folge und für die 2008er Jungs sogar das vierte Mal während der Juniorenzeit, dass sie es am letzten Spieltag selbst in der Hand haben, Kreismeister zu werden.
Ein Unentschieden würde uns diesmal zwar reichen, aber hierauf beim Aufeinandertreffen der mit deutlichem Abstand zum Rest der Liga offensiv- und defensivstärksten Teams der Liga von Beginn an zu spekulieren, kam glücklicherweise keinem unserer Jungs in den Sinn. Zumal wir im Hinspiel und auch im Pokalviertelfinale jeweils auswärts den Frankfurter Jungs unterlegen waren.
Mit viel Fanunterstützung für beide Teams und bei wechselhaftem „Aprilwetter“ erwischten wir in den ersten Spielminuten den deutlich besseren Start. Von Nervosität war bei uns nicht allzu viel zu spüren und wir bekamen das Spielgeschehen zunächst ganz gut unter Kontrolle. In den ersten zehn Minuten hatten wir einige vielversprechende Angriffe und auch Torabschlüsse, die ihr Ziel aber deutlich verfehlten. Obwohl bis dahin ohne nennenswerte Aktion machten es die Gäste aus Frankfurt in der 13. Minute deutlich besser. Ein Angriff über unsere linke Seite konnten wir zwar zunächst im Strafraum klären. Der Ball kam jedoch postwendend wieder zu einem Frankfurter Spieler, der dann nach einem Dribbling aus kurzer Entfernung zur 1:0-Führung traf.
Von dem Rückstand zeigten sich unsere Jungs jedoch wenig beeindruckt. Wir versuchten weiterhin das Spiel zu kontrollieren und waren um einen ruhigen Spielaufbau bemüht. Wir konnten uns dabei zwar meist recht gut bis ins Mittelfeld reinspielen, hatten dort aber große Mühe, unsere Offensivaktionen gegen einen energischen und aufmerksam verteidigenden Gegner bis ins Angriffsdrittel durchzubringen. Zu häufige Fehlpässe, ungenaue Zuspiele und unnötig viele Ballkontakte sorgten immer wieder dafür, dass wir es den Frankfurtern gestatteten, sich zu sortieren und uns im Mittelfeld in Zweikämpfe zu verwickeln. Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Die Abwehrreihen verteidigten aufmerksam. Unsere Versuche, schnell in die Spitze zu spielen, gerieten, trotz teils aussichtsreicher Position, ein ums andere Mal zu unpräzise.
Das Spiel fand überwiegend im Mittelfeld statt und es gelang keiner Mannschaft, dauerhaft Druck auf den Gegner auszuüben und sich längere Ballbesitzphasen zu erarbeiten.
Nach gut einer Halbzeit bot sich dann nach einem Steilpass in den Strafraum wie aus dem Nichts die große Chance für Frankfurt, die Führung auszubauen. Diese konnte unser Keeper aber mit einer tollen Beinabwehr gerade so verhindern.
Gegen Ende der 1. Halbzeit gelang es uns dann besser, das Spielgeschehen wieder mehr in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Trotz nun deutlich mehr Ballbesitz als der Gegner fehlte es rund um den Strafraum an der nötigen Genauigkeit und Entschlossenheit in unseren Abschlussbemühungen. So blieb es bis zur Pause beim knappen Rückstand.
Mit höherer Laufbereitschaft und dem Willen, die Partie noch zu unseren Gunsten zu drehen, setzten wir Frankfurt gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit unter Druck. Aber außer einem spielerischen Übergewicht sprang zunächst nichts Zählbares heraus. Es blieb ein zähes Ringen im Mittelfeld um jeden Ball, mit vielen intensiven Zweikämpfen und nur gelegentlichen Vorstößen bis zum jeweils gegnerischen Tor.
Defensiv standen sich beide Teams in nichts nach und ließen weiterhin nur wenige Strafraumszenen zu. In der 66. Minute dann aber der erneute Rückschlag für uns, als aus abseitsverdächtiger Position ein Frankfurter Spieler plötzlich allein vor unserem Torhüter auftauchte und den Ball zur 2:0-Führung im Tor einschob. Uns blieben damit nur noch knapp 25 Minuten, um zumindest zwei Tore gegen das Team mit den ligaweit wenigsten Gegentreffern zu schießen – die sportliche Herausforderung hätte kaum größer sein können.
Für Resignation war keine Zeit und eher wirkte der Rückstand noch einmal als zusätzlicher Ansporn für unsere Jungs, weiter mutig nach vorne zu spielen. Und auch witterungsmäßig war jetzt Einiges los auf dem Platz. Wind, Starkregen und Gewitter sorgten eine Viertelstunde vor dem Ende für eine mehrminütige Unterbrechung. Aber auch davon ließen wir uns nach der Fortsetzung der Partie wenig beeindrucken. Doch es blieb dabei: Frankfurt verteidigte sehr geschlossen und aufmerksam und ließ weiter wenige Torabschlüsse zu. Ein Tor aus dem Spiel heraus wurde immer unwahrscheinlicher und so war es nicht wirklich überraschend, dass es eine Standardsituation brauchte, um die Hoffnung auf den Ausgleich aufrechtzuerhalten.
Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit entschied der Schiri nach einem Foul im Frankfurter Strafraum auf Elfmeter. Entgegen aller „Gesetzmäßigkeit“ schoss der Gefoulte selbst und versenkte den Ball ganz sicher unten links im Tor. Dank der Regenunterbrechung blieben uns nun noch ca. 10 Minuten, um doch noch den Ausgleich zu schaffen.
Der Glaube daran war bei jedem unserer Jungs spürbar und wir mobilisierten die letzten Kräfte, aber auch Frankfurt wusste sich gegen unsere Angriffe gut zu behaupten. Bis zur 96. Minute. Die Nachspielzeit war nahezu abgelaufen, als wir noch einmal einen Angriff über die Mitte initiierten und gut 20 m vor dem Tor nur mit einem Foul gestoppt werden konnten.
Erneut war es der Gefoulte selbst, der sich den Ball zurechtlegte. Sekunden später schlug der perfekt geschossene Ball unhaltbar für den Torhüter oben rechts im Torwinkel ein. Dem Traumtor folgte Riesenjubel, aber auch die Gewissheit, sich noch für wenigstens zwei Minuten voll konzentrieren zu müssen. Für Frankfurt war dann auch kein Durchkommen mehr, stattdessen hatten wir selbst mit dem Schlusspfiff sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß.
Dann war nach kräftezehrenden, nervenaufreibenden und denkwürdigen 98 Minuten endlich Schluss und es konnte gejubelt und gefeiert werden. Dank der besseren Tordifferenz krönten die Jungs ihre letzte gemeinsame Juniorensaison mit dem Gewinn der Kreismeisterschaft und sorgten nicht nur für sich, sondern auch für die zahlreichen Zuschauer – allen voran die mitfiebernden Eltern – für ein unvergessliches Ende.
Für einige war es die erste, für unsere 2009er Jungs die zweite Kreismeisterschaft und für die meisten der 2008er Jungs stehen zum Abschluss ihrer Juniorenzeit beim SVW nun neben zwei Hallenkreismeisterschaften bei den E- und D-Junioren sogar insgesamt drei Kreismeistertitel im Klein- (18/19) und Großfeldbereich (24/25 und 25/26) zu Buche.
Die so talentierten Jungs werden wohl erfreulicherweise mehrheitlich auch über die Juniorenzeit hinaus dem SVW treu bleiben und bestimmt auch im Männerbereich ihren Weg gehen und dort zukünftig sicherlich für eine sportliche Verstärkung sorgen.
Für den SVW spielten: Jannik – Laurell, Noah R., Noah K., Johann, Arne, Adam, Lukas, Luca, Lasse (2 Tore), Benjamin, Jaron, Hannes, Robin, Zeno

